Reichtum: Familie Quandt redet
[Druckversion] Thema: Solidarität - Sozialistische Zeitung, Nr. 63, November 07, Rezensionen, Deutschland: Politik allgemein, veröffentlicht: 25.11.2007
Fernsehen: Wiederholung der Sendung am 22. November, 21 Uhr, NDR
In der Dokumentation „Das Schweigen der Quandts“ berichtete die ARD vor
Kurzem über die Verstrickungen der Milliardär-Familie Quandt mit dem
NS-Regime. Zur damaligen Batteriefabrik von Günther Quandt gehörte ein
„firmeneigenes Konzentrationslager“. Die „Fluktuation“ der
Zwangsarbeiter wurde im voraus mit monatlich 80 Menschen angesetzt, soll
heißen, man plante den Tod durch Arbeit von rund 1.000 Menschen pro Jahr
ein.
Die Familie Quandt äußerte nach Ausstrahlung der Sendung, sie sei
„bewegt“. Dieser Teil ihrer Geschichte sei „noch nicht ausreichend
aufgearbeitet“. Man wolle jetzt Akten und Dokumente aus dem Firmenarchiv
an Historiker geben.
So viel Mitgefühl und Einsicht finden wir bewegend. Man muss nämlich
auch Verständnis für die schwierige Situation dieser Familie haben.
Wahrscheinlich war die ganze Familie Quandt, geschätztes Vermögen 24
Milliarden Euro, in den letzten sechzig Jahren vollauf damit
beschäftigt, noch mehr Geld zu scheffeln. Da kann man dann schon mal
ganz vergessen, dass an dem Geld Blut klebt.
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